Wir werden 1 Jahr alt!
Liebe Mitglieder, Unterstützer:innen und Freund:innen von Recovery Deutschland,
heute ist ein besonderer Tag. Vor genau einem Jahr stand ich, Mika, mit Katrin, Klaus, Denise und Florian beim Notar, um Recovery Deutschland offiziell ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Wir waren gerade frisch von den Gründungsmitgliedern zum Vorstand unseres Vereins gewählt worden. Wir kannten uns kaum und – ganz ehrlich – mir war nicht bewusst, dass ich dabei war, diese vier Menschen zu einem integralen Bestandteil meines Lebens und meines Alltags zu machen. Umso dankbarer bin ich heute, dass wir gemeinsam diesen Sprung gewagt haben. Und jetzt ist dieser Verein ein Jahr alt. Seitdem ist so viel passiert!
Ich möchte diesen Newsletter nutzen, um ein paar persönliche Worte über die gemeinsame Arbeit zu teilen.
Wenn ich an den Recovery Walk denke, dann denke ich an ihn wie an das schlagende Herz unserer Organisation. Es ist das Projekt, das uns zusammengebracht hat. Die meisten Aktiven unseres Vereins sind daran auf die ein oder andere Weise beteiligt. Es verbindet alle Aspekte, die für unsere Arbeit wichtig sind: Öffentlichkeit, Vernetzung, Niedrigschwelligkeit, Freude und Empowerment. Es ist Ausdruck unserer gemeinsamen Vision für eine Gesellschaft, in der Menschen mit Suchterfahrung sich nicht mehr schämen müssen. Das ist eine Gesellschaft, in der wir uns mit unseren Fähigkeiten und Stärken einbringen können, ohne unsere Narben verstecken zu müssen. Eine Gesellschaft, die bereit ist, Hilfesuchende dort abzuholen, wo sie sind – Aber sich nicht damit zufriedengibt, sie dort zu lassen.
Wir sind überzeugt, dass Menschen in Recovery eine Ressource für ihr Umfeld und für die Gesellschaft sind. Auch deshalb wollen wir unsere Perspektiven in die Medien und in die Wissenschaft zu bringen. Von Beginn an hat uns dabei unser wissenschaftlicher Beirat unterstützt. Ulrich Zimmermann, Eva Baumann, Inga Korte, Georg Schomerus und Claudia Helmert haben sich seit unserer Gründung auf so vielen Ebenen für uns eingesetzt und uns mit fachlicher Expertise zur Seite gestanden. Wir freuen uns auf alle spannenden Fragen, die wir uns im kommenden Jahr gemeinsam stellen werden.
Außerdem haben wir im Rahmen des startsocial-Stipendiums an der grundsätzlichen Ausrichtung unseres Vereins gearbeitet. Vier Monate Beratung durch erfahrene Coaches aus der Wirtschaft, führten zu klareren Strukturen und einem geschärften Profil. Unter anderem riefen wir das Projekt »Recovery Deutschland Gestalten und Nutzen« (kurz: RED:EN) ins Leben – Eine Art Think Tank für Austausch unter Vereinsmitgliedern zu neuen Projekten und Initiativen. Auch hier ist bereits neues im Entstehen, worüber wir bald berichten können.
Natürlich war nicht immer alles easy. Sowohl in den Aufbau des Vereins, als auch in die Umsetzung des Recovery Walks sind Zeit, Herzblut, Emails und – ich geb’s zu – auch die ein oder andere Träne geflossen. Manchmal ist es frustrierend, wenn die Ideen und Visionen größer sind als die Ressourcen, die man hat. Manchmal dauert es eine Weile, bis man herausgefunden hat, wie man eine Rolle am besten ausfüllt. Manchmal ist es nervig, Prozesse zu definieren und manchmal sind die Hände ein bisschen müde vom Klinkenputzen. Und auch wenn sich hier eigentlich organisch der Spendenaufruf anschließen würde, ist natürlich klar: Das gehört alles dazu.
Wir sehen gerade an vielen Stellen gesellschaftliche Schieflagen. Und manchmal ist es beängstigend, wie einfach es ist, Dinge kaputtzumachen. Neues aufzubauen ist dagegen oft langwieriger, komplexer und braucht mehr Ressourcen. Und doch glaube ich zutiefst daran, dass es sich lohnt. Dass es sich immer, immer lohnt, sich zusammenzuschließen und gemeinsam gute Sachen auf die Beine zu stellen. Diese Überzeugung rührt nicht zuletzt daher, dass diese Arbeit auch mein eigenes Leben bereichert. Dieser Verein besteht aus Menschen, die entschieden haben, dass Ohnmacht, Zynismus und Isolation ihr Leben nicht länger bestimmen sollen. Was ist ermutigender als das? Für das Leben von Individuen, aber auch für eine Gesellschaft.
Ich und der gesamte Recovery Deutschland e.V. freuen uns über alle, die sich uns anschließen!
Eure Mika
Foto: Simona Bednarek
Für unsere Arbeit – und insbesondere den Recovery Walk – sind wir nach wie vor auf Spenden angewiesen.
Viele von euch haben uns direkt zu Beginn unterstützt und wir sind unfassbar dankbar dafür. Jetzt besteht unsere Aufgabe darin, auf dieser Basis nachhaltig aufzubauen. Dabei helfen uns Dauerspenden besonders wirksam, weil sie uns Planungssicherheit geben.
Natürlich könnt ihr auch ganz klassisch überweisen:
Recovery Deutschland e.V.
IBAN: DE41 3702 0500 0020 2133 21
Wenn ihr eine Spendenbescheinigung wünscht (ab 300 Euro), gebt bitte bei der Überweisung eure Daten an oder schreibt an florian@recoverydeutschland.org
Der Recovery Walk hat auch eine eigene Spendenkampagne – mit schickem Spendenbalken und einem Link, der gerne geteilt werden darf. Hier erhaltet ihr eine automatische Spendenbescheinigung von Betterplace (auch schon bei niedrigeren Beträgen).
Hinweis: Für Dauerspenden ist dies nicht so gut geeignet, weil wir hier das Projekt jedes Jahr neu anlegen müssen.
Letztes Jahr haben wir dadurch zum Beispiel Team-Treffen finanziert, Künstler-Gagen gezahlt und die Hüpfburg aufgestellt.
Wenn ihr für ein Unternehmen arbeitet, das sich für die Entstigmatisierung von Suchterkrankungen einsetzen möchte, könnt ihr hier eine Informationsbroschüre für Unternehmenspartnerschaften herunterladen.
Anmeldung für den Walk ist geöffnet
Ab sofort kannst du dich über Eventbrite für den Recovery Walk 2026 registrieren. Mit deiner Anmeldung hilfst du uns, die Teilnehmerzahl besser einzuschätzen und die Veranstaltung sorgfältig zu planen. Du entscheidest dabei selbst, ob du dich kostenlos anmelden oder uns mit einer Spende in Höhe deiner Wahl unterstützen möchtest.