Schwarzes und weißes Logo mit großen, geometrischen Buchstaben, die 'RECOVERY WALK LEIPZIG 2025' sagen.

DAS WAR DER

Foto: Simona Bednarek

Der erste deutsche Recovery Walk

Der Recovery Walk macht die Vielfalt von Genesungswegen sichtbar – öffentlich, positiv und von Menschen mit eigener Suchtgeschichte gestaltet. Das Format ist international erprobt; inspiriert hat uns insbesondere Recovery Walk Scotland mit seiner jährlichen Mischung aus Gedenkzeremonie, Walk und Festival.

Am 27. September 2025 feierten und bekräftigten rund 700 Teilnehmende in Leipzig die Botschaft: Recovery ist möglich und gehört in die Mitte der Gesellschaft. Auftakt war die AOK‑Wiese im Clara‑Zetkin‑Park; danach ging es als Demonstrationszug durch Park und Stadt und schließlich zurück zum Open Air auf der Festwiese.

In Schottland ist der Walk seit über einem Jahrzehnt eine landesweite Veranstaltung gegen Stigma und für Sichtbarkeit, mit Ritualen wie der Roses Ceremony zum Gedenken der Verstorbenen.

Der Walk wurde von der AOK PLUS Sachsen & Thüringen unterstützt – ein starkes Zeichen für Selbsthilfe und Entstigmatisierung.

Hier findest du das Programmheft von 2025

Foto: Simona Bednarek

Das Programm in Kürze

12:30 Uhr – Gedenkzeremonie: Moderation: Jana Große; Beiträge u. a. von Dr. Klaus Becker und Ronny Frischmann; musikalisch begleitet von Leipziger Lerchen und Chorifeen Taucha.

13:30–15:00 Uhr – Walk/Demo durch Leipzig.

ab 16:00 Uhr – Recovery Open Air: Grußwort Dr. Martina Münch (Sozialbürgermeisterin Leipzig), Beitrag Prof. Dr. Georg Schomerus, Musik u. a. Sarah Lesch & Norman Daßler, Bucci, sowie Recovery‑Speakers Sandra Kirchner und Sebastian Caspar (Moderation: Vlady Schklover).

ab 19:00 Uhr – Sober Aftershow mit dem Pink Cloud Kollektiv in der Garage Ost.

Gedenken: Raum für Trauer – und Verbundenheit

Der Tag begann bewusst still: Trauer hatte Platz, Tränen ebenso wie das Halten und Gehalten‑Werden. In Anlehnung an die schottische Roses Ceremony suchten wir ein würdiges, naturnahes Ritual – in Leipzig entstand daraus eine gemeinsame Blumen‑Wolke als Zeichen des Gedenkens

Alle Fotos von Simona Bednarek

Den Weg gemeinsam gehen: Der Walk

Zwischen Achtsamkeit und Lebensfreude wuchs der Walk zur sichtbaren Community‑Erfahrung – Gespräche mit Unbekannten, spontane Chöre, ein besonderer Moment mit den Leipziger Straßenbahnen, die bejubelt wurden. Ordner:innen und Awareness‑Team sorgten für einen sicheren Rahmen – und hatten (fast) nichts zu tun.

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Recovery Open Air: Stimmen, die tragen

Auf der großen Bühne verbanden sich Politik, Forschung, Musik und gelebte Erfahrung: Grußwort Dr. Martina Münch, Impuls Prof. Dr. Georg Schomerus, Indie‑Rap von Bucci, Singer‑Songwriter‑Sounds von Sarah Lesch & Norman Daßler sowie persönliche Recovery‑Stories von Sandra Kirchner und Sebastian Caspar (Moderation: Vlady Schklover)

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Zahlreiche Initiativen und Vereine aus Leipzig und dem Bundesgebiet sind mit einem Angebot vertreten

Alkoholfreie Kasse (Bundesweit) | AOK Plus Sachsen und Thüringen | Blaues Kreuz Deutschland e.V. | Drug Scouts (Leipzig) | Nice Dry e.V. (Hamburg) | Regenbogen e.V. (Leipzig) | Run and Gone e.V. (Görlitz) | Elternkreis für Eltern suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter mit Unterstützung des BVEK e.V. (Leipzig) | Verband Glücksspielfrei e.V. (Bundesweit) | Verein zur sozialen Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankten (VRA) e.V. (Leipzig) | Mobiles Team Verbund Gemeindenahe Psychiatrie, Durchblick e.V. (Leipzig) & Leipziger Unabhängige Beschwerdestelle (LUBS) | Wege e.V. (Leipzig)

Der Recovery Walk ist auf Spenden angewiesen

Der Recovery Walk 2025 wurde durch eine Förderung der AOK Plus Sachsen & Thüringen sowie zahlreiche private Spender und Spenderinnen ermöglicht.

Der Verein und das Projekt wird zu 100 Prozent von Ehrenamtlichen getragen.

Damit wir den Recovery Walk auch im nächsten Jahr verwirklichen können, benötigen wir auch weiterhin Spenden.

Es läuft eine Spendenkampagne auf Betterplace. Das Spendenformular und weitere Infos findest du hier.

Foto: Simona Bednarek

»Eine gravierende Folge der Stigmatisierung ist die politische Nicht-Beachtung von Menschen mit Suchterkrankung.

Das beste Gegenmittel lautet: sichtbar werden! Ihr zeigt hier und heute, dass man euch nicht ignorieren kann und habt dabei so viel Spaß, dass man gerne dabei ist. Das ist gelebte Anti-Stigma-Arbeit.«

Prof. Dr. Georg Schomerus, Stigma-Forscher, Direktor der Psychiatrie an der Uniklinik Leipzig & Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Recovery Deutschland e.V.

Foto: Simona Bednarek

Warum wir weitermachen

Suchterkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet – gleichzeitig bleiben Stigma und Schweigen hoch, was Hilfezugänge erschwert. Der Recovery Walk setzt hier ein würdevolles, lösungsorientiertes Gegenbild – und wird jährlich in einer neuen Stadt sichtbare Spuren hinterlassen.

Im November 2025 wurde der Recovery Walk mit dem Ulrike-Fritze-Lindenthal-Antistigma-Preis ausgezeichnet

Die DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit vergeben den Ulrike-Fritze-Lindenthal-Antistigma-Preis – Förderpreis zur Entstigmatisierung und Autonomie psychisch kranker Menschen in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit. Die Auszeichnung würdigt Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen engagieren.

Wie wir weitermachen

Save the date: 12. September 2026 in Düsseldorf – in Kooperation mit dem Fachausschuss Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW).

Der Recovery Walk 2025 wurde gefördert im Rahmen der Gesundheitsinitiative der

Logo der AOK Plus, der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen